Perfektionismus und die 20/80 Regel

Stell dir vor alle Menschen würden immer so lange an etwas feilen bis es absolut perfekt ist........


Ja genau. Wir wären wahrscheinlich heute noch am perfektionieren eines Speeres oder wie man am elegantesten Feuer macht. Also lebten wir noch in Höhlen und gehen Sammeln und Jagen.


Das Problem am Perfektionismus ist, dass du unverhältnismässig viel Zeit in etwas investieren musst um 99% Perfektion deiner Vorstellung entsprechend raus zu holen. Erstens ist deine Vorstellung sehr selten gleich dem Ergebnis, also wirst du so oder so irgendwann "kapitulieren" müssen, weil es noch andere Dinge im Leben gibt bzw das Leben einfach weitergeht. Ob jetzt dein Projekt perfekt ist oder nicht. Das ist das Problem wenn in deinem Kopf Perfekt=Fertig bedeutet.


Gibst du der Welt dich und deine Fähigkeiten nicht, beraubst du alle Menschen deiner Inspiration, welche du hättest geben können. Also geh raus in die Welt und Fang An.

Manche Projekte werden gar nicht erst begonnen, obwohl es zum Teil sehr spannende Ideen gibt. Weil manche Details noch nicht definierbar sind und sich Unsicherheiten nicht nicht ausschliessen lassen (die es sowiso immer gibt), wird so manches Projekt aus mangelnder Zuversicht gar nicht gestartet. Dabei ist es doch Schade wenn du die Welt einer guten Idee oder deinen Fähigkeiten beraubst. Deine Idee und deine Fähigkeiten bereichern die Welt so oder so!


"Fail faster!"

(Mache schneller mehr Fehler!)


Es gibt viele Gründe warum oft gar nicht erst begonnen wird. Vor allem aber sind es mangelnder Selbstwert und/oder Angst. Angst davor Fehler zu machen. Nicht zu genügen. An dich selbst zu hohe Anforderungen stellen. Meistens sind die Dinge dann in der Praxis, wenn du dann loslegst, meist doch einfacher als zu Beginn gedacht.


Der Berg ist nur in deinem Kopf!

Wenn du dich für den Start und die ersten Schritte entscheidest, ergeben sich viele Dinge meist wie von selbst. Manchmal läuft man unwissend wie man ist, wir lernen ja immer dazu, irgendwo in eine Sackgasse oder hat wirklich etwas Wichtiges nicht erfüllt. Aber das macht nichts. Jetzt wurdest du ent-täuscht und siehst die Sache dadurch etwas klarer. Das nächste mal wirst du es besser machen. Automatisch!


Enttäuschungen gehören zum Wachstum und Fortschritt dazu. Gib niemals auf!

Es gibt nach Buddha 2 grosse Fehler die ein Mensch machen kann.

1. den ersten Schritt nicht tun und

2. nicht den ganzen Weg gehen.


Übertragen wir das auf Perfektion: Du wirst mit sicherheit Fehltritte erleben und manches wird sich nicht nach deinen Vorstellungen entwickeln. Damit du aber maximalen Nutzen pro Zeit aus deinem Leben und damit erlebter Erfahrung ziehen kannst wirst du auf Perfektion weitestgehend verzichten müssen.


Mache mit 20% der benötigten Zeit 80% der Arbeit.

Das ist die 20/80 Regel. Du wirst in 20% der Zeit, von der du 100% für die Perfektion des Projekts mit 99% benötigst, 80% der Perfektion erreichen. Das ist natürlich nur ein Richtwert. Aber er veranschaulicht hervorragend wie viel Zeit wir in unserem Leben mit unnötigen Details verschwenden.


Ausnahme: Deine Tätigkeit erfordert wirklich perfektion.


Wenn du in der Ausnahme tätig bist, weisst du das und wirst das sehr wahrscheinlich auch in irgendeiner Form entgolten bekommen. Nehmen wir einen Uhrmacher oder Goldschmied...


Aber meistens sind diese rund 80% völlig ausreichend um es sogar präsentieren oder verkaufen zu können. Jetzt verstehst du auch warum im Fang A nicht alles perfekt und oft sehr einfach gehalten ist. Das ergibt sogar einen ganz eigenen Stil, weil es eben nicht ganz perfekt daher kommt. Das ist doch auch was :-D


Nur 20% der Zeit zu investieren heisst dann auch dass du 5x 80% Projekte in der Zeit von 1x 99% Projekt schaffen kannst. Fail faster! Es sind dann 5 nicht perfekte Pojekte, aber sie sind ausreichend ausgereift um deinen Mitmenschen oder dir selbst und damit der Welt zu dienen.


Das sind dann prakitsch 99% Ergebnis des Perfektionisten gegen 400% Ergebnis (inkl mehr Vielfalt) des Minimalisten.


Der Minimalist macht nicht so wenig wie möglich, sondern so viel wie nötig um ein ausreichendes Ergebnis zu erzielen.

Dieses reduktionistische Denken des Minimalisten lässt sich auf den gesamten Alltag übertragen. Tue so viel wie nötig für ein ausreichendes Ergebnis.


Oft hört man fast schon abschätzig "du Minimalist". Ich kenne das aus der Schule sehr gut, wenn es um Noten ging. Noch schnell während der Prüfung ausrechnen wie viele Punkt ich brauche um eine 4.5 zu bekommen. Dann habe ich noch 0.5 reserven im Schnitt falls mal was daneben geht ;-)


Diese Abschätzige Haltung kommt aber nur von denjenigen die meinen dass man sich doch besonders Mühe geben müsse, als ob das dann von irgendjemandem für viel Mühe gewertschätzt würde. Das bleibt in der Regel nur eine Vermutung derer. Es ist unrealistisch, schon fast träumerei, dass irgendjemand kommt und sagt: "Das hast du aber toll gemacht und weil du dir so viel Mühe gemacht hast bekommst du noch einen grossen Bonus."


Aus meiner Sicht ist es oft Neid, weil der Minimalist der sich etwas weniger Mühe gibt eben auch zum Ziel kommt oder in der Zwischenzeit sogar mehrere Ziele erreicht. Aber eben nicht perfekt, sondern ausreichend.


Stell dir vor an einer Olympiade kriegt der 3. platzierte plötzlich die Goldmedaille weil er 10% mehr Zeit in sein Training investiert hat...

Das heisst die investierte Zeit ist nicht der Massstab. Das Ergebnis und dessen Nutzen für etwas oder jemand ist der Massstab! Also hör bitte auf dich verrückt damit zu machen, dass dein Produkt, Zeichnung, Werkstück oder was auch immer nicht gut genug ist und es deshalb niemals das Licht der Welt erblickt.


Ein weiteres Beispiel aus dem Sport anhand eines Skifahrers, um zu verdeutlichen welchen Gesetzmässigkeiten wir doch immer wieder unterworfen sind:


Der Sportler übt eine Abfahrt. Diese ist steil, schnell, erfordert 100% Konzentration und jede Kurve hat ihre Tücken. Saubere Bewegungsabläufe können über das Nervensystem nur gespeichert werden wenn der Körper noch nicht erschöpft ist.


Der Minimalist wird nur so lange die Abfahrt eintrainieren wie es seine Muskulatur und damit die volle Kontrolle über Koordination erlaubt. Erst nach der Erholung und damit mit voller Kontrolle geht er erneut ins Training.


Der Perfektionist wird eventuell weiterfahren, auch wenn er bereits etwas zu sehr erschöpft ist um volle Kontrolle über die Koordination und amit über die Bewegungsabläufe zu haben. Er wird mit der Erschöpfung und dem Kontrollverlust falsche Bewegungsabläufe im Nervensystem abspeichern. Durch seinen Zwang die perfekte Abfahrt erlernen zu wollen korrumpiert er sich selbst und entfaltet damit nicht sein volles Potential.


PS: Im übrigen ist es viel schwieriger falsche Bewegungsabläufe umzuprogrammieren als sich direkt optimale Bewegungsabläufe das erste mal anzueignen. Wir sprechen hier vom Faktor 10 der Anzahl wiederholungen! Also neu lernen 200 Widerholungen und umlernen 2000 Wiederholungen!


Schlusswort

Wie auch immer. Lerne die letzten 20% loszulassen. Es wird nicht mal jemand bemerken dass sie fehlen. Aber alle werden erstaunt sein wie viel du in kurzer Zeit leisten kannst.


Lieber unperfekt starten, als auf perfekt warten!


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